Die Erdgeschichte von Portugal und der Algarve

Hier nun einiges zur Erdgeschichte von Portugal. Die geologische Erforschung Portugals begann erst im 18. Jh. Seit 1857 besteht der Portugiesisch geologischer Dienst.

ErdgeschichteDer geologische Aufbau Portugals ist eng verbunden mit der Entstehung der iberischen Halbinsel. Während der längsten Zeit der Erdgeschichte war Iberien nicht so ein einheitliches Stück Festland wie heute, sondern bestand zunächst aus einzelnen Bruchstücken und Inseln, die von Kontinentalen Platten abgebrochen waren.

Im laufe der Erdgeschichte von Portugal, vor ca. 200 Mio. Jahren befand sich das Land im Nördlichen Teil des Urkontinent Pangäa. Es grenzte an das heutige Neufundland, Marokko und den Nordosten Südamerikas.

In der Blütezeit der Dinosaurier öffnete sich der Atlantik und das Urmittelmeer Tethys. Wo sich heute die Pyrenäen befinden, existierte damals eine Meerenge. Sie wurde später gleichzeitig mit den Alpen zu einem Gebirge emporgehoben.

Heute bewegt sich Afrika wieder auf Europa zu. Weil das Abtauchen der afrikanischen Platte natürlich nicht reibungslos vor sich geht, kann es in Portugal auch zu Erdbeben kommen. Bis zu 50 kleiner Erdbeben wurden schon an der Algarve registriert. Aber die Wenigsten sind für uns spürbar gewesen.

Erdgeschichte Portugal und die geologischen Einheiten

Die geologischen Einheiten Portugals haben auf Grund ihrer unterschiedlichen Verwitterungsanfälligkeit und ungleicher Hebungstendenzen einen deutlich erkennbaren Einfluß auf das Relief.

Der Norden und Osten des Landes werden vor allem aus sehr alten stark gefalteten Gesteinen der iberischen Masse gebildet. Diese stellen gewissermaßen den ältesten Kern Portugals dar.

Kontinentale Bewegungen ErdgeschichteHier erreichen mehr als 30 Gebirgszüge eine Höhe über 1000 Meter. Im Westen besteht die Küste Mittelportugals aus Sedimentgesteinen des lusitanischen Beckens. Sie bestehen zum Teil aus Ablagerungsprodukten der iberischen Masse.

Wind und Wellen des Atlantiks haben an der Küste weit verbreitete Dünen aus den Verwitterungsprodukten von Sandsteinen im Hinterland entstehen lassen. Durch küstenparallele Meeresströmungen sind dann zum Teil lange Nehrungszungen entstanden.

An der Algarve konnten sich durch zeitweise unterbrochene Hebungstendenz mächtige Sedimentpakete aus der jüngeren Erdgeschichte (Mesozoikum bis Känozoikum) ablagern.

Durch unterschiedliche Verwitterung der sehr harten Kalk und Dolomite, sowie der weichen Mergelsteine und Kalksande aus den Zeiten der Jura und Kreide, entstand das charakteristische Küstenbild der Felsalgarve mit seinen Steilküsten und Buchten.

Zwischen Portimão und Albufeira

Der Küstenstreifen zwischen „Portimão“ und „Albufeira“ ist für Fossiliensammler sehr interessant, weil die Winterstürme alljährlich neue Fundstellen freilegen.

Erdgeschichte Strand mit MuschelnÖstlich von „Vale de Lobo“ dehnt sich bis nach Spanien die Sandalgarve aus. Die beliebten weißen Sandstrände sind aus den schwach verfestigten Sedimenten des Tertiärs und des Quartärs entstanden.

Durch die Verwitterung von Kalkstein hat sich über lange Zeiträume in den Tälern des Hinterlandes ein durch Eisenoxid rot gefärbter, toniger Rückstand abgelagert, die Terra Rossa. Dieser Bodentyp ist sehr fruchtbar und bildet daher günstige landwirtschaftliche Bedingungen.

Im ansteigenden Hinterland schließen sich die paläozoischen, also sehr viel älteren Gesteine der Serra an. Es handelt sich im Wesentlichen um Tonschiefer und Sandsteine aus dem Karbon. Sie verleihen dem Boden den sauren Charakter und deshalb bringt es auch eine deutlich andere Vegetation hervor als die basischen Kalksteine der Täler.

Die Iberische Rumpfmasse schiebt sich in geringer Tiefe noch etwa 15-20 Km weit ins Meer hinaus und bricht dann unvermittelt bis zu 300 Meter ab.

Ihr aufgelagert ist entlang der gesamten Küste ein Saumstreifen, also Ablagerungen des früher weit ins Land reichenden Meeres, die im Verlauf der Erdgeschichte emporgehoben wurden.

Foto: Gesteinsfaltungen beim Wandern an der Westküste

Geologisch gesehen stellt sich das Gebiet als südwestlicher Teil der iberischen Masse dar, eines aufgefalteten Beckens aus Gneisen, Graniten, Quarziten, Grauwacken Kalken und paläozoischen Schiefern, das mit einer durchschnittlichen Höhe von 700 Metern die Meseta bildet.

Es ist in seinem nördlichen Teil stärker emporgehoben, flacht nach Süden hin allmählich ab und hat eine starke Nivellierung durch Erosion erfahren.

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