Die Karavelle

Die Karavelle wurde unter dieser Bezeichnung in Portugal namentlich erstmals im 13. Jahrhundert erwähnt. Die Bezeichnung „Karavelle“ steht für größere Fischerboote mit sog. Lateinbesegelung. Da dieser Schiffstyp jedoch nicht hochseetauglich war, wurde er planmäßig von Heinrich dem Seefahrer um 1440 weiterentwickelt.

​Mit Hilfe eines holländischen Schiffbauers wurden maßgebliche Bauelemente der hochseetüchtigen Hansekogge übernommen. Der breitbauchige Schiffsrumpf mit geringem Tiefgang bot hohen Wellen weniger Angriffsfläche und war darüber hinaus für Forschungsreisen an der afrikanischen Küste bestens geeignet.

Das Steuerruder wurde in der Mitte des Hecks platziert, was bis dahin nicht üblich war. Die 3 Masten wurden nur noch hinten mit einem Lateinsegel und im Übrigen mit Rahsegeln betakelt.

Foto: Die Karavelle

Diese baulichen Veränderungen verbesserten entscheidend die Manövrierfähigkeit der Schiffe und erlaubten erstmalig auch das Kreuzen gegen den Wind. Ab 1450 wurden diese Schiffe dann auch nicht mehr in Klinkerbauweise, bei der die Außenplanken sich überlappen, sondern in sog. Krakeelbauweise hergestellt. Bei der Krakeelbauweise stoßen die Planken stumpf aneinander. Die Aufbauten am Heck wurden erhöht – wenn auch nicht so ausgeprägt wie bei den spanischen Galeonen.

Die Karavelle war bis zum 16. Jahrhundert das seetüchtigste Schiff überhaupt. Die Tragfähigkeit betrug ca. 60-150 Tonnen. Eine Besatzung von bis zu 200 Mann (Matrosen und Soldaten) war keine Seltenheit.

Heutzutage kann man z.B. in Portimão auf so einem Piratenschiff, die Santa Bernarda, einen Ausflug buchen. Dabei werden die Grotten zwischen Benagil und Portimão ebenfalls besichtigt. Natürlich ist die Karavelle diesbezüglich ein wenig zu groß, aber mit den kleinen Beibooten ist es dennoch möglich. Genauere Infos kannst Du direkt bei dem deutschen Anbieter beziehen.

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